Beni Ourain Berberteppiche
Ursprung & Bedeutung
Die Beni Ourain stammen aus den abgelegenen Höhen des Mittleren und Hohen Atlas. Ihr Name bedeutet „die Kinder der Ourain“ – und genau dort beginnt die Geschichte dieser einzigartigen Teppiche.
Was sie auszeichnet, ist nicht nur ihre Herkunft, sondern die Weise, wie sie seit Jahrhunderten entstehen: aus reiner Schurwolle, mit klarer, ruhiger Geometrie und mit Symbolen, die tief im Leben und in den Traditionen dieses Berberstammes verwurzelt sind.
Ein echter Beni Ourain ist weit mehr als ein einfacher Teppich auf Wolle – er ist ein Stück gelebte Kultur, gewebt von Frauen, deren Hände das Wissen ihrer Vorfahren bewahren und ihm neue Form geben.


Die Berberteppiche werden aus reiner Schafwolle (Schurwolle, traditionell geschoren ohne Mulesing) von Weideschafen und Hochlandschafen hergestellt. Durch das reine Naturprodukt variiert der Farbton der klassischen Beni Ourain Teppiche durchaus leicht von einem hellen Beige bis hin zu einem Elfenbeinweiß. Ein Beni Ourain ist für die Verwendung über viele viele Jahre hinweg konzipiert. Jeder Berberteppich verändert sich über die Jahre hinweg aber leicht. Es ein natürlicher Prozess, dass sich je nach Nutzungsgrad, die Woll-Florstränge in sich mit der Zeit verfestigen und auch legen. Die typischen Muster und Rautenmuster sind entweder Schwarzbraun (vom Bereich des Schafkopfes), häufig wird die Wolle für die Muster und Teppiche aber auch gefärbt.
Der soziale Aspekt – warum ein traditioneller Beni Ourain?
Unsere Beni Ourain Teppiche entstehen dort, wo dieses Kunsthandwerk seinen Ursprung hat: in den Häusern der Berberfrauen im Mittleren Atlas, auf selbstgebauten Webstühlen, mit Techniken, die seit Generationen weitergegeben werden.
Durch die enge Zusammenarbeit und eine überdurchschnittlich faire Entlohnung wächst unser Kreis an Knüpferinnen stetig. Ein Teil unserer Teppiche stammt zudem aus einer kleinen Kooperative derselben Region – einem Zusammenschluss von Frauen, die ihre Preise selbst festlegen und so eigenständig über den Wert ihrer Arbeit bestimmen.
Auf diese Weise stellen wir sicher, dass jede Frau gerecht bezahlt wird - im Gegensatz zu Zwischenhändlern oder großen Webereien, die heute vielerorts minderwertige Nachahmungen produzieren. Dort entstehen Teppiche schnell, billig und oft aus minderer Wolle.
Ein traditioneller Beni Ourain dagegen trägt seine Echtheit im Detail: unperfekte Linien wie von Hand gezeichnet, kleine Abweichungen im Muster, leichte Unregelmäßigkeiten am Rand. Genau diese Spuren sind Zeichen echter Handarbeit – und zusammen mit den qualitativen Merkmalen haben sie diesen Teppich zu einem zeitlosen Designklassiker gemacht
Die Muster
Die Muster der Beni Ourain Teppiche werden seit Generationen weitergegeben und sind eng mit der lokalen Kultur jedes Stammes verbunden. Manche tragen alte Berbersymbole, andere klare, grafische Linien wie Rauten, Zickzack oder Kreuzungen, wie sie für jüngere Designs typisch sind.
In älteren Stücken finden sich oft komplexere Kompositionen, manchmal sogar das Jahr oder der Ort ihrer Entstehung – kleine Hinweise auf die Geschichten, die jeder Teppich in sich trägt.

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Wenn ihr mehr über die Herkunft, Technik und traditionelle Herstellung erfahren möchtet, findet ihr hier im folgenden alle weiteren Details.
Der Herstellungsprozess – traditionell & einzigartig
Der Webrahmen
In der traditionellen Herstellung entsteht jeder Beni Ourain an einem selbstgebauten Webrahmen, oft gefertigt aus gesammeltem Holz oder aus Materialien, die im Alltag der Familie vorhanden sind. Viele dieser Webrahmen werden über Generationen weitergegeben – gemeinsam gepflegt, repariert und genutzt.
Für größere Teppiche haben wir eigene, besonders stabile Querbalken anfertigen lassen, damit die Frauen auch große Formate sicher knüpfen können.
In einigen Kooperativen finden sich mittlerweile auch Webrahmen aus Metall – eine moderne Ergänzung, die vor allem die Herstellung sehr großer Teppiche erleichtert, ohne die traditionelle Technik zu verändern.

Die Wolle – der Anfang jedes echten Beni Ourain
Der Herstellungsprozess beginnt immer mit der Handschur – oft stammt die Wolle von den eigenen Schafen der Familie, manchmal wird sie auf lokalen Märkten ergänzt. Entscheidend ist:
Es handelt sich stets um reine Schurwolle, also Wolle vom lebenden Schaf. Sie besitzt ihre natürliche Schutzschicht, ist besonders weich, widerstandsfähig – und kein Tier musste dafür sterben.
Nach der Schur wird die Wolle zuerst grob gereinigt, dann in Bergbächen oder natürlichen Wasserquellen gewaschen, in der Sonne getrocknet und anschließend sorgfältig gekämmt. Erst wenn sie vollkommen durchgetrocknet ist, wird sie zu festen, gleichmäßigen Strängen gesponnen – meist in langen Sommerabenden im Kreis der Familie oder an kalten Wintertagen am Feuer.
In dieser Zeit wird bereits der Webrahmen vorbereitet: Der Waren- und Kettbaum wird mit robusten Kettfäden bespannt, damit später jeder einzelne Knoten perfekt sitzen kann.
Gewebt und geknüpft – die Entstehung eines echten Beni Ourain
Sobald die Wolle vorbereitet ist, beginnt die eigentliche Kunst: das Wechselspiel aus Weben und Knüpfen, das für den Beni Ourain so charakteristisch ist. Oft arbeiten mehrere Frauen aus der Familie – oder auch aus der Nachbarschaft – gemeinsam an einem Teppich. Dabei entstehen nicht nur Knoten, sondern auch Gespräche, Lachen und der Austausch der Geschichten des Dorfes.
Reihe um Reihe entsteht das Gewebe: mehrere Reihen werden gewebt, eine geknüpft. Immer wieder kommt der Taska zum Einsatz, ein schwerer Holzkamm, mit dem das Gewebe fest verdichtet wird.
So entsteht die besondere Dichte und Qualität, die man vor allem auf der Rückseite eines echten Beni Ourain erkennt.
Während der Arbeit wird der Teppich unten eingerollt, damit die Weberinnen stets in der optimalen Höhe arbeiten können. Sobald die gewünschte Länge erreicht ist, wird der Teppich vorsichtig vom Rahmen gelöst – eingerollt, gesichert und anschließend fertiggestellt.
Typisch für traditionelle Beni Ourain sind Fransen an nur einer Seite, da sie fertigungstechnisch bedingt entstehen. Beidseitige Fransen sind möglich, aber seltener.


Die Fertigstellung
Gutes Kunsthandwerk braucht zwei Dinge: Geschick und Zeit – beides findet man heute fast nur noch in der traditionellen Herstellung.
Ist der Teppich fertig, wird er – wie seit Generationen – im nahegelegenen Bergbach oder an einem natürlichen Waschplatz gereinigt. So werden Staub und überschüssige Wollfasern entfernt, und der Teppich erhält jene Geschmeidigkeit und Weichheit, die mit jeder Wäsche weiter zunimmt. Bei Touda waschen wir viele Teppiche bereits ein- bis zweimal vor dem Verkauf, um diese Qualität weiter zu veredeln.
Anschließend trocknet der Teppich ausgiebig in der klaren Bergsonne – luftig, sorgfältig und schonend, damit keine Vergilbungen entstehen. Dabei wird er, wenn nötig, leicht in Form gezogen, bevor er sich auf den Weg in ein neues Zuhause macht.


Das Besondere an einem echten Beni Ourain?
Ein guter Beni Ourain zeichnet sich durch seine schmutzabweisende Natur und eine beeindruckende Selbstreinigungskraft aus – besonders an frischer Luft und unter Sonnenlicht. Unsere Teppiche werden weder chemisch behandelt noch mit schädlichen Substanzen bearbeitet. In der traditionellen Herstellung wird nach wie vor mit Kernseife gearbeitet – schlicht, natürlich, wirksam.
Schafwolle ist von Natur aus elastisch, antibakteriell und antifungizid. Sie reguliert Temperatur, wärmt im Winter und wirkt im Sommer angenehm ausgleichend.
Da Wolle ein nachwachsender Rohstoff ist und die Schafherden des Atlasgebirges noch in natürlicher Weidehaltung leben, ist auch die Herstellung unserer Beni Ourain Teppiche nachhaltig. Unsere Familien verwenden entweder die Wolle ihrer eigenen Tiere oder beziehen sie direkt von den lokalen Schäfern – ganz im Sinne einer ursprünglich gelebten Kreislaufwirtschaft.

So entsteht ein Berberteppich, der in seiner Qualität einzigartig ist – langlebig, zeitlos und mühelos mit nahezu jedem Einrichtungsstil kombinierbar. Ein Stück, das Generationen überdauern kann.
Gerne beraten wir euch bei der Wahl des passenden Teppichs und unterstützen euch auch dabei, ihn harmonisch in eure Räume einzufügen.
Tipp: Eine persönliche Beratung – per E-Mail oder telefonisch – gehört bei uns immer dazu.
Meldet euch jederzeit: info@touda.de

Unsere authentischen Berberteppiche
Beni Ourain
Der Beni Ourain ist ein Berberteppich aus dem Herzen des Mittleren Atlas Gebirge in Marokko. Die außergewöhnlichen Teppiche aus reiner Schurwolle werden bei uns noch ganz traditionell innerhalb der Berberfamilien gefertigt.
Beni Mrirt
Der Beni Mrirt Berberteppich stammt aus der Region Mrirt-Khenifra. Der Berberteppich ist, ähnlich dem Beni Ourain, mit sehr hochwertiger Wolle geknüpft, unsere Beni Mrirt werden noch traditionell in kleinen Kooperativen hergestellt.
Azilal
Der Azilal Teppich stammt aus der Region Tadla-Azila, der Ebene und dem Hohen Atlas Marokkos. Die Knüpfung der Azilal Teppiche besteht aus einem einfachen Knoten und einem typischen, kurzen Flor.
Kelim
Das Kunsthandwerk des Webens, vor allem das der Kelim Teppiche, ist noch in ganz Marokko verbreitet. Der Berberteppich wird flach gewebt in vielen zahlreichen Musterungen.
Kundenmeinungen
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